Gestörtes Gleichgewicht der Geschlechtshormone

  
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Anscheinend hängt ein dicker Bauch zumindest teilweise mit den Geschlechtshormonen zusammen.

Denn warum neigen Männer stärker zum dicken Bauch als Frauen? Und warum bekommen Frauen in den Wechseljahren einen dicken Bauch, auch wenn sie in früheren Jahren eher breite Hüften und eine schmale Taille hatten?

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Hinblick auf den dicken Bauch wurden schon in einem extra Kapitel beschrieben (siehe Seite 39 und 43).

Doch in welcher Weise die Geschlechtshormone eine Rolle beim dicken Bauch spielen, ist bisher nicht abschließend geklärt.

Teilweise gibt es dazu sogar gegensätzliche Ansichten. Diese Widersprüche sind jedoch großteils nur scheinbare Widersprüche. Sie erklären sich unter anderem daraus, dass die Wirkung der Hormone nicht in ihrer vollen Komplexität verstanden wird.

Das betrifft einerseits die Wissenschaftler, die noch lange nicht alle Wirkungsweisen der Hormone entdeckt haben. Das ist auch verständlich, denn die Hormonwirkung auf den Körper ist nicht gerade einfach. Wenn schon die Wissenschaftler bislang nicht die vollständige Wirkungsweise der Hormone einzeln und miteinander verstanden haben, ist es für Laien umso schwieriger, die Hormone und ihre Wirkung zu durchschauen.

Hormon-Dominanz

Hormone wirken im menschlichen Körper nicht geradlinig, sondern in Abhängigkeit zu ihrem gegenseitigen Verhältnis. Das hat unter anderem zur Folge, dass manche Hormone so wirken, als gäbe es zu viel davon, selbst wenn man im Körper eigentlich zu wenig davon findet.

In solchen Fällen spricht man von einer Dominanz eines bestimmten Hormons.

Eine Hormon-Dominanz bedeutet, dass das betreffende Hormon im Verhältnis zu einem anderen Hormon stärker vertreten ist als normal. Das kann selbst dann der Fall sein, wenn das dominante Hormon nur in normaler Menge oder sogar in verringerter Menge vorhanden ist.

Entscheidend ist in diesen Fällen, dass das andere Hormon zu wenig vorkommt.

Testosteron-Dominanz

Eine Testosteron-Dominanz tritt auf, wenn das Hormon Testosteron im Verhältnis zu Östrogenen und/oder Progesteron dominant ist.

Bei Männern liegt natürlicherweise immer eine Art Testosteron-Dominanz vor. Man kann jedoch bei Männern nicht von einer Testosteron-Dominanz sprechen, weil es bei ihnen normal ist, einen hohen Testosteronspiegel zu haben.

Interessant ist das Thema Testosteron-Dominanz daher eher bei Frauen.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist der Testosteron-Spiegel meistens sehr niedrig. Nur wenige Frauen haben einen erhöhten Testosteron-Spiegel.

Doch mit dem Beginn der Wechseljahre steigt der Testosteron-Spiegel meistens etwas an. Die Testosteron-Werte bleiben normalerweise im niedrigen Bereich, doch sie sind etwas höher als in jüngeren Jahren.

Gleichzeitig sinkt der Progesteron-Spiegel, also eines der wichtigen weiblichen Hormone. Der Östrogenspiegel sinkt erst deutlich später.

Das Verhältnis zwischen leicht angestiegenem Testosteron und gesenktem Progesteron reicht jedoch häufig schon aus, um eine Testosteron-Dominanz zu bewirken.

Bei einer Testosteron-Dominanz wächst der betroffenen Frau meistens ein kleiner Bart. Zunächst sind es nur einzelne Haare, die im Laufe der Jahre immer mehr werden. Manchmal wird auch die Stimme etwas tiefer und das Auftreten dominanter.

Außerdem kann es dazu kommen, dass sich Körperfett vermehrt im Bauchraum ansammelt. Der Bauch wird also dicker im Vergleich zu Schenkeln, Po und anderen typischen Stellen für Unterhaut-Fettgewebe.

Östrogen-Dominanz

Eine Östrogen-Dominanz liegt dann vor, wenn die Progesteron-Produktion verringert ist oder wenn zu viel Östrogen produziert wird. Entscheidend ist nicht die absolute Menge des Östrogens, sondern das Verhältnis zum Progesteron.

Vor allem bei Frauen zu Beginn der Wechseljahre kommt es zur Östrogen-Dominanz. Manche Frauen leiden auch schon in früheren Jahren unter diesem Phänomen.

Bei einer Östrogen-Dominanz kommt es zu zahlreichen Beschwerden, unter anderem Reizbarkeit, geschwollene Brüste, Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme.

Die Östrogen-Dominanz verursacht also nicht direkt ein Wachstum des inneren Bauchfettes, aber ein Wachstum des äußeren Bauchfettes und Schwellungen des Bauches durch Wasseransammlungen.

Andersherum kann viel inneres Bauchfett jedoch eine Östrogen-Dominanz bewirken. Das innere Bauchfett produziert nämlich Östrogene.

Auch Männer können eine Östrogen-Dominanz haben. Dies geschieht dann, wenn ihr Testosteronspiegel im Verhältnis zum Östrogen etwas zu niedrig ist. Auch bei Männern wächst dann vermehrt das äußere Bauchfett und es kann zu Wasseransammlungen im Bauch kommen. Aber auch an Hüften, Po, Beinen und im Brustbereich kann sich vermehrt Fett ansammeln.

Ausführliche Informationen über Östrogen-Dominanz finden Sie auf unserer Webseite mit Buch: www.oestrogen-dominanz.de .

Wechseljahre - Menopausenbauch

In den Wechseljahren kommen bei vielen Frauen mehrere Faktoren zusammen, die einen dicken Bauch begünstigen können.

Durch den Progesteronmangel, der im Allgemeinen schon deutlich vor einem Östrogenmangel auftritt, kommt es sowohl zu einer Östrogen-Dominanz als auch zu einer Testosteron-Dominanz.

Daher kommt es einerseits zu vermehrten Wassereinlagerungen, vor allem im Bauchraum.

Andererseits wird bei vielen Frauen die Neigung zum Zunehmen verstärkt. Bei gleichbleibender Nahrungszufuhr und Bewegung wird mehr Fett gespeichert als in jüngeren Jahren, was wahrscheinlich vor allem an einem sinkenden Grundumsatz liegt.

Infolge dieser Zunahme der Fettpolster wird bei vielen Frauen das äußere Bauchfett dicker, also der sogenannte Rettungsring. Der ist zwar gesundheitlich eher unbedenklich, wird aber häufig als unschön empfunden.

Durch die Testosteron-Dominanz kommt es auch verstärkt zu Fettansammlungen im Innern des Bauches, also zum inneren Bauchfett. Dieses Fett ist auch in gesundheitlicher Hinsicht gefährlich, wie bereits in den vorigen Kapiteln erklärt wurde.

Die Wechseljahre sind also in mehrfacher Hinsicht fördernd für einen dicken Bauch.

Weil ein dicker werdender Bauch deshalb in den Wechseljahren recht häufig ist, spricht man auch vom Menopausenbauch.

Wer jedoch über die Neigung zum dicken Bauch in den Wechseljahren Bescheid weiß, kann ihn durchaus verhindern. Dazu ist es jedoch für die meisten Frauen nötig, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen.
































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